Monte dei Paschi patzt bei Bilanzzahlen

Die älteste Bank der Welt muss sich auch im neuen Jahr mit ihren mittlerweile leider traditionellen Liquiditätsproblemen beschäftigen. In Zahlen gemessen und gemeldet, schrieb Monte dei Paschi di Siena im 4. Quartal des vergangenen Jahres einen Verlust von 3,38 Milliarden Euro. Für das Gesamtjahr 2016 wies die Traditionsbank damit ein Minus von fast 4,3 Milliarden Euro aus und schmale Gesamteinnahmen in Höhe von 4,256 Milliarden Euro, was einem Minus von 18,4 Prozent verglichen zum Vorjahr entspricht.

Ebenso im fast freien Fall befindet sich die Kernkapitalquote (Tier 1). Sie sank auf 8 Prozent von vormals 12 Prozent im Vergleichszeitraum, vor allem aufgrund der zunehmenden Verluste. Die Deckungsrate für Non-performing Loans erhöhte sich im Jahresvergleich um 130 Basispunkte auf jetzt 64,8 Prozent, während die Deckungsrate für ausfallgefährdete Kredite bei 40,3 Prozent und damit 1.110 Basispunkte über dem Vorjahreswert lag.

Gestiegen sind ebenso die Rückstellungen für notleidende Kredite – und zwar auf 2,45 Milliarden Euro. Verringern konnte Monte dei Paschi di Siena hingegen die Nettosumme der Problemkredite, um ganze 4 Milliarden und vor allem als Resultat erhöhter Rückstellungen.

Italiens Banken und Ihre NPL-Last ©Bloomberg

Italiens Banken und Ihre NPL-Last ©Bloomberg

Pittoresk Pleite gehen
Im Panorama all dieser wenig Mut spendenden Zahlen wird klar, dass Monte dei Paschi es nicht aus eigener Kraft schaffen wird, ausreichend Kapital einzusammeln, um die durch den Verkauf notleidender Kredite entstehenden Verluste zu decken. Auch bleibt offen, ob der von der Europäischen Zentralbank errechnete Kapitalbedarf von 8,8 Milliarden Euro ausreichen wird, um die Liquidität der Bank zu sichern. Diese verpflichtete sich ja, mit dem Verkauf eines 27,7 Milliarden Euro schweren NPL-Pakets zu ihrer Rettung beizutragen. Nur, wie hoch die Verluste dabei sein werden und um welchen Betrag sich damit letztlich auch der Bestand an faulen Krediten erhöhen wird, lässt sich noch nicht abschließend sagen.

Eine De-facto-Verstaatlichung immer also wahrscheinlicher und wohl ebenso dringend notwendig. Als Herzstück des 20 Milliarden schweren Rettungsplans- und -fonds, den die italienische Regierung aufgelegt hat, wird sich die älteste Bank der Welt wohl bald im Besitz des Landes befinden – gemeinsam mit den strauchelnden Veneto Banca SpA und Banca Popolare di Vicenza. Ob der insgesamt 360-Milliarden-Euro hohe Berg an Non-performing Loans italienischer Banken dadurch weniger bedrohlich erscheinen wird, lässt sich an diesem Punkt noch nicht mit Gewissheit sagen.

Warum also nicht zurücklehnen und sich weniger von toxischen Krediten stressen als vielmehr von Toskanischen Gefilden beruhigen lassen. Doch auch hier lauert der Wurm im Weinfass. Viele mit pittoresken Anwesen besicherten Kredite, die Monte dei Paschi für ambitionierte Bauvorhaben von Luxusunterkünften oder auch für den Forecast auf künftige Erlöse aus Weinverkäufen gewährte, sind längst ausgefallen.

Die Anwesen ihrerseits finden keine Käufer, auch nicht dann, wenn die Mindestauktionspreise weit unter dem geschätzten Marktpreis liegen. Würde Monte dei Paschi die Immobilien und den Landbesitz zu sehr viel niedrigeren Preisen versteigern, müsste die Bank auch entsprechende Wertberichtigungen in ihren Büchern vornehmen. Damit sänke die Kapitalquote unter die EZB-Anforderungen und es stiege automatisch auch die Höhe des NPL-Bestandes.

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Die Quellen zu unserem Artikel wie auch weiterführende Informationen zum Thema finden Sie unter unten aufgeführten Links:

Pressemeldung Monte dei Paschi di Siena (PDF):

Bloomberg online:

Tagesschau online:



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