EBA will kollektive Bad Bank für Eurobanken

Dass geteiltes Leid halbes Leid ist, soll Andrea Enria, dem Chef der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde EBA, zufolge nun auch für die Non-performing Loans der Eurobanken gelten. Am Montag präsentierte der Italiener an der Spitze der EBA im Rahmen des „ESM seminar on European banks risks and recovery“ in Luxemburg seine Vorstellung einer pan-europäischen Bad Bank, in die praktisch alle Banken der Eurozone künftig ihre notleidenden Kredite übertragen können sollten. Über eine Billion Euro würden damit ausgelagert werden – und die Bilanzen der Eurobanken damit spürbar entlastet.

NPLs in the EU ©European Banking Authority (EBA)

NPLs in the EU ©European Banking Authority (EBA)

Kollektiver NPL-Abbau nur bis zu einem bestimmten Grat
Andrea Enrias Konzept einer einheitlichen Bad Bank für alle Banken innerhalb der Eurozone sieht vor, dass die zu gründende Asset Management Company (AMC) die notleidenden Kredite der Euro-Banken zentral verwalten soll. Das finanzielle Rückgrat sollen staatliche Garantien der Euro-Länder wie auch Mittel privater Investoren bilden. Die AMC würde versuchen, den Wert der auf sie übertragenen faulen Kredite individuell zu ermitteln. Je nach Unterschied zwischen Buch- und Marktwert müssten dann die jeweiligen Banken und zuständigen Staaten für etwaige Differenzen aufkommen.

Enrias Vorstellungen zufolge hätte die pan-europäische Bad Bank anschließend drei Jahre Zeit, die jeweiligen Non-performing-Loan-Portfolios zu verkaufen. Mögliche Verluste, die der AMC aus der Differenz zwischen dem vorher ermittelten Marktpreis und dem tatsächlich erzielten Verkaufspreis entstünden, müssten dann wiederum die entsprechenden Banken und/oder Staaten aufbringen – also in der Regel durch eine vorsorgliche staatliche Kapitalhilfe, an der wiederum auch die Gläubiger der Banken in der einen oder anderen Form beteiligt würden.

AMC some possible features ©European Banking Authority (EBA)

AMC some possible features ©European Banking Authority (EBA)

Hohe NPL-Bestände der Eurobanken zwingen zum Handeln
Angesichts der hohen Bestände an faulen Krediten in den Banken vor allem Italiens (fast 360 Milliarden Euro), aber auch Griechenlands (47 Prozent NPL-Quote) und in Anbetracht der Tatsache, dass insgesamt 10 (süd- und südosteuropäische) EU-Staaten NPL-Quoten von teilweise weit über 10 Prozent aufweisen, stellt die Konsolidierung der Bad-Bank-Landschaft in der Eurozone auch in den Augen des ESM-Chefs Klaus Regling eine Chance für die Banken dar. Vor allem würde dadurch die „Vergemeinschaftung von Risiken“ ausgeschlossen. Andererseits stellte Regling fest, dass auf das zu gründende Institut NPLs im Volumen von bis zu 250 Milliarden Euro übertragen werden müssten, was die AMC wiederum zur Ausgabe von Anleihen zwingen würde. Und das, so der ESM-Chef, gehe nur mit der „Rückendeckung durch den öffentlichen Sektor“.

Business model and impediments to sustainability ©European Banking Authority (EBA)

Business model and impediments to sustainability ©European Banking Authority (EBA)

Debitos: Pan-europäischer NPL-Zweitmarkt mit Perspektive
Die Schaffung einer Bad Bank mit Namen AMC, in die alle Euro-Banken ihre faule Kredite übertragen können, mag charmant klingen, versetzt aber gleichzeitig nicht alle in Champagnerlaune. Es bleibt am Ende doch die Frage offen, in welchem Maße die Gläubiger der Banken direkt oder indirekt an den Verlusten durch den NPL-Verkauf seitens der AMC beteiligt werden. Und dass die AMC Verluste beim Verkauf von NPLs auf klassischem Auktionsweg einfahren wird, scheint sicher.

Gut, dass wir von Debitos eine marktnahe Alternative bieten können. Über unsere Plattform, dem europaweit einzigen Zweitmarkt für notleidende Kredite, können Banken aus Italien, Spanien, Großbritannien wie auch aus Deutschland Österreich und der Schweiz, ihre Non-performing Loans einem realistischen Marktpreistest unterziehen. Als Verkäufer legen sie nämlich alleine sowohl die Dauer der Auktion wie auch den Mindestpreis fest, der im Echtzeit-Wettbewerb der über 420 professionellen Investoren erzielt werden muss, damit eine Transaktion zustande kommt.

Zudem profitieren Finanzinstitute bei Debitos von aufsichtskonformen Abläufen, einer Minimierung des internen Koordinationsaufwandes, von einer Maximierung ihrer Erlöse und dank der Digitalisierung aller Auktionsschritte, auch von einem Höchstmaß an Effizienz und Transparenz. Von der gleichzeitigen Ansprache gleich mehrerer und vom Verkäufer ausgewählter Investoren bis zum revisionssicheren Verkauf vergehen typischerweise nur wenige Wochen, was die bisher unerreichte Geschwindigkeit von Debitos eindrucksvoll unterstreicht. Dieses Tempo lässt sich vor allem dadurch erzielen, dass Due Diligence, Q&A und Preisfindung direkt auf Debitos stattfinden und Kauf- und Abtretungsverträge zudem von uns zur Verfügung gestellt werden.

Seit der Gründung unserer Online-Forderungsbörse vor gut sieben Jahren wurden bereits Non-performing Loans im Wert von über 1,4 Milliarden Euro verkauft. Eine Vielzahl überzeugender Argumente, die sicher auch die EBA im Allgemeinen und Herrn Andrea Enria im Speziellen überzeugen könnten.

Die Quellen zu unserem Artikel wie auch weiterführende Informationen zum Thema finden Sie unter unten aufgeführten Links:

European Banking Authority (EBA):

FAZ online:

taz online:

Reuters online:



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