Monte dei Paschi: Rettung durch 20 Mrd. Euro Staatshilfe

Lange haderte Italiens Traditionsbank Banca Monte dei Paschi di Siena (BMPS), den jetzt wenn auch noch nicht offiziell erfolgten Hilferuf in Richtung Rom auszusenden. Nachdem nun aber auch der letzte Hoffnungsschimmer vor den Augen der Investoren verblasste und der Versuch seitens Monte dei Paschi, sich durch Kapitalerhöhung, einen Anleihentausch und vor allem durch das Gewinnen eines Ankerinvestors privatwirtschaftlich mit 5 Milliarden Euro zu rekapitalisieren, scheiterte, muss jetzt der Staat einspringen. Bis zu 20 Milliarden Euro wird die Finanzspritze betragen, die die drittgrößte Bank Italiens aus einem zu schaffenden Rettungsfonds anfordern kann.

Die Dritte im Bunde geretteter Banken
Auch wenn die Rettung von Monte dei Paschi sicher eine sehr starke Signalwirkung an die Kapitalmärkte aussendet, ist die älteste Bank der Welt nicht das einzige Kreditinstitut Italiens, das dieses Jahr auf Staatshilfe setzen wird. Auch die Veneto Banca und die Banca Popolare di Vicenza erhielten in diesem Jahr bereits Liquiditätspritzen in Höhe von insgesamt 1 Milliarde Euro aus dem staatlichen Banken-Rettungsfonds Atlante. Wie viele Banken nun dem Beispiel von Monte dei Paschi folgen könnten, bleibt abzuwarten. Schließlich leiden Italiens Banken unter einer 360-Milliarden-Euro schweren Last an notleidenden Krediten, auch als Folge der seit 2009 anhaltenden Wirtschaftskrise.

Die Rettung der Traditionsbank aus Siena, so Beobachter, sei trotz allem ein gutes Zeichen für die Märkte, kehrten damit doch endlich wieder Gewissheit und Sicherheit bezüglich der Geschäftsfähigkeit der Bank ein. Schließlich hat die BMPS-Aktie dieses Jahr 87 Prozent ihres Wertes eingebüßt, der niedrigste Stand seit des Börsengangs im Jahre 1999. Nur noch rund 442 Millionen Euro beträgt damit die derzeitige Marktkapitalisierung. Zudem meldete die Bank jüngst, dass ihre Liquidität schneller als vorher gedacht zur Neige gehen wird – und zwar innerhalb der nächsten vier Monate.

Private Anleger, institutionelle Investoren: Wer zahlt drauf?
Andererseits ist nun abzuwarten, wen der staatliche Eingriff, der unter dem Etikett „vorsorglicher Rekapitalisierung “ geführt wird, nun verschont und wen er zur Kasse bittet: private Anleger, institutionelle Investoren oder gar beide und falls ja, zu welchen Anteilen? Roms Rettungsplan, so einige Politiker in Strasbourg, widerspreche der seit Januar 2015 geltenden EU-Richtlinie über Bankenabwicklungen und Bankensanierungen.

Sven Giegold, Grüner Finanz- und Wirtschaftspolitischer Sprecher im EU-Parlament, kritisiert, dass eine vorsorgliche Rekapitalisierung nur für liquide Banken zulässig sei und nur dann, wenn eine solche Rettung „keine Verluste in absehbarer Zeit abdecke“. Im Falle der BMPS jedoch, so Giegold, sollte die EU-Kommission die Rettungspläne aus Rom stoppen, da Monte dei Paschi an faulen Krediten von über 200 Prozent ihres harten Eigenkapitals leide und dafür keinerlei Rückstellungen gebildet habe.

Ungeachtet der Warnungen aus Straßbourg, sieht der Rettungsplan jedenfalls vor, dass institutionelle Anleger ihre Tier-1-Anleihen gegen Aktien im Nominalwert von 75 Prozent tauschen können, während Kleinanleger 1:1 wandeln können. Entscheidend bei diesen Tauschmodellen ist nun, wen Italiens Regierung als professionelle und wen als private Anleger klassifiziert und wie institutionelle Anleger für den Wertverlust entschädigt werden sollen.

NPL-Verwertung über Debitos NPL schafft Liquidität
Dass die angeschlagene Monte dei Paschi die staatliche Finanzspritze in Anspruch nehmen wird, wird nicht bezweifelt, auch wenn sie hierfür ein bisher noch nicht bei Italiens Finanzminister Padoan eingegangenes formelles Gesuch stellen muss. Doch wird diese Liquiditätszufuhr die seit über 500 Jahren bestehende Bank nicht davor bewahren, weitere Maßnahmen zu ergreifen, um die von der EZB geforderten 5 Milliarden Euro aufzubringen. Mit diesem Geld nämlich sollen Verluste gedeckelt werden, die aus dem Verkauf des fast 28 Milliarden Euro schweren Pakets von Non-performing Loans (NPL) erwartet werden.

Mit dem aufsichtskonformen Verkauf notleidender Kredite über unsere Debitos Forderungsbörse kann sich nicht nur die angeschlagene Traditionsbank Monte dei Paschi wertvolle Liquidität sichern – und das bei einer bisher unerreichten Geschwindigkeit. Dank des vollständig digitalisierten Auktionsprozesses können NPL-Verkäufer nämlich mehrere Investoren gleichzeitig ansprechen.

Dieser transparente Echtzeit-Wettbewerb ermöglicht es Banken, ihre Erlöse zu maximieren, ihre Bilanzen zu bereinigen, den internen Koordinationsaufwand zu minimieren und sich damit unabhängig von staatlichen Finanzspritzen, eine neue Handlungsfähigkeit und ein besseres Standing auf den Kapitalmärkten zu sichern.

Die Quellen zu unserem Artikel wie auch weiterführende Informationen zum Thema finden Sie unter unten aufgeführten Links:

Bloomberg online:

Tagesspiegel online:

Sven Giegold online:



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