Unternehmensinsolvenzen nehmen weiter ab

Mit 123.800 Unternehmensinsolvenzen sank 2016 die Zahl der Firmenpleiten auf ein historisches Tief. Das ist das Ergebnis der diesjährigen Creditreform-Untersuchung. Nur 1999 meldeten annähernd so wenige Unternehmen Zahlungsunfähigkeit an. Im Vergleich zu 2015 ergibt sich damit ein Minus von 3,0 Prozent, mussten vergangenes Jahr doch noch 127.570 Unternehmen den Gang in die Insolvenz antreten. Zudem setzt das diesjährige Tief die seit sechs Jahren währende Tendenz des Rückgangs der Firmenpleiten in Deutschland fort, wenn auch das Minus dieses Jahr und im Vergleich zu 2014 und 2015 (minus 5,5 Prozent respektive minus 4,6 Prozent) insgesamt betrachtet verhaltener ausfiel.

Gründe für diese dennoch positive Entwicklung sieht Creditreform in der guten Binnenkonjunktur und Finanzierungssituation (also beispielsweise zinsgünstige Kredite), was zu steigenden Umsätzen und Erträgen, zu einer verbesserten Zahlungsmoral wie auch zu einer insgesamt verbesserten Stabilität der Unternehmen geführt habe. Ein weiterer Faktor findet sich in der abnehmenden Gründungsaktivität in Deutschland (minus minus 4,4 Prozent Neugründungen zwischen Januar und Juli 2016), sind doch Neugründungen tendenziell stärker von Insolvenzen betroffen als etablierte Unternehmen.

Entwicklung Insolvenzverfahren Deutschland ©Creditreform

Entwicklung Insolvenzverfahren Deutschland ©Creditreform

Regionale, alters- und branchenspezifische Unterschiede
Betrachtet man den Rückgang der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland unter spezifischeren Gesichtspunkten, ergeben sich interessante Nuancen, was die Verteilung auf Regionen, Branchen, Alter und Größe der Firmen angeht. Brachenspezifisch verzeichneten Dienstleistungsunternehmen den größten Rückgang  (minus 7,5 Prozent), gefolgt von Handelsunternehmen (minus 7,2 Prozent). Das Verarbeitende Gewerbe zeigte einen Rückgang von 4,9 Prozent zum Vergleichszeitraum, während Bauunternehmen 2,0 Prozent weniger Insolvenzen anmeldeten.

Entwicklung der Insolvenzen in den  Hauptgewerben ©Creditreform

Entwicklung der Insolvenzen in den Hauptgewerben ©Creditreform

Auch in Sachen Alter gibt es Unterschiede, was die Firmenpleiten angeht. Mit 58,7 Prozent waren weit über die Hälfte der Unternehmen, die 2016 Pleite gingen, nicht älter als zehn Jahre. 2015 machten sie noch einen Anteil von 59,5 Prozent aus. Die „alten Hasen“ mit über 20-jähriger Firmengeschichte verzeichneten mit 16,4 Prozent der Gesamtinsolvenzfälle sogar ein leichtes Plus von 0,6 Prozent zum Vorjahr, auch wenn die Firmenpleiten in absoluten Zahlen zurückgingen.

Insolvenzen nach Unternehmensalter ©Creditreform

Insolvenzen nach Unternehmensalter ©Creditreform

Auf regionaler Ebene betrachtet, weisen das Saarland, Sachsen, Hamburg und Brandenburg den höchsten Anstieg der Insolvenzquote auf, während diese in Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Bremen gesunken ist, sich aber gleichwohl weiterhin auf hohem Niveau bewegt. Ein ähnliches Bild zeigt sich im Städtevergleich: Die höchste Insolvenzquote weist hier Dortmund auf, wo 159 von 10.000 Unternehmen Insolvenz beantragen mussten. Gefolgt wird die Ruhrmetropole von Halle (Saale) mit einer Insolvenzquote von 149 und Gelsenkirchen (146). Freiburg i. Breisgau blickt auf eine unterdurchschnittliche Insolvenzquote von nur 55.

Insolvenzquoten deutscher Städte_©Creditreform

Insolvenzquoten deutscher Städte_©Creditreform

Hohe Schäden für Insolvenzgläubiger
Eher gegen den Trend verlief die Entwicklung der Schadenssumme für Insolvenzgläubiger. Trotz gesunkener Unternehmensinsolvenzen stieg diese von 19,6 Milliarden Euro in 2015 auf 27,5 Milliarden Euro – und damit um 40,3 Prozent. Die individuelle Schadenssumme für Gläubiger pro Insolvenzfall lag bei 903.000 Euro (2015: 565.000 Euro) und erreichte so den höchsten Wert seit 2012. Gründe hierfür sieht Creditreform in der hohen Zahl großer Schadensfälle wie auch in den Ausfällen bei Mittelstandsanleihen. Von der Zunahme der Schäden durch Insolvenzen war in größerem Maße auch die öffentliche Hand betroffen, mit schätzungsweise 7,9 Milliarden Euro (2015: 6,5 Milliarden Euro).

Abschließend weißt die Creditreform-Untersuchung noch darauf hin, dass Gläubiger ihre Forderungen mitunter verspätet oder gar nicht anzeigen, was zu höheren Forderungsverlusten oder aber auch zur (teilweise) Befriedigung von Gläubigerforderungen in laufenden Verfahren führen könnte. Nimmt man zur weiteren Einschätzung der Schadenssituation aktuelle Zahlen des Statistischen Bundesamtes, das die Deckungsquote für angemeldeten Forderungen mit durchschnittlich 2,7 Prozent angibt, ist es wahrscheinlicher, dass viele Gläubiger am Ende leider leer ausgehen werden.

Schäden durch Insolvenzinsolvenzen in Deutschland ©Creditreform

Schäden durch Insolvenzinsolvenzen in Deutschland ©Creditreform

Mit Debitos Forderungsausfällen vorbeugen
Auch wenn sich die Tendenz hin zu einem weiteren Rückgang der Unternehmensinsolvenzen in Deutschland entwickelt, sollte nicht vergessen werden, dass auch bei weniger Firmenpleiten die Schadenssumme für Gläubiger insgesamt und individuell steigen kann. Besser also, man nimmt das Heft des Handelns in die eigene Hand.

Der Verkauf offener Forderungen gegen insolvente Unternehmen über unsere Debitos Forderungsbörse als mittlerweile etablierter Zweitmarkt für Insolvenzforderungen, bietet eine clevere Alternative zu langjährigen Insolvenzverfahren mit am Ende ungewissem Ausgang, was Form und Höhe der Erfüllung von Gläubigerforderungen angeht. Dank des transparenten Echtzeit-Wettbewerbs unter den Investoren, können Gläubiger ihre Forderungen effizient verwerten, ihre Erlöse maximieren und nervenraubende Wartezeiten ganz einfach abkürzen.

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Die Quelle zu unserem Artikel wie auch weiterführende Informationen zum Thema finden Sie unter unten aufgeführtem Link:

Pressemitteilung Creditreform:



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