Wirtschaftsweisen fordern Schaffung eines europäischen NPL-Markts

Dass es (höchste) „Zeit für Reformen“ ist, unterstreicht nicht nur der gleichnamige Titel des Jahresgutachtens 2016/17 des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung. Auch die darin enthaltenen Empfehlungen lassen keine andere Deutung als jene zu, dass es jetzt Zeit zum Handeln sei. Einen besonders spitzen und dicken Finger legt der diesjährige Bericht der Wirtschaftsweisen in die Wunden namens „notleidende Kredite“ und „schwache Eigenkapitalausrüstung der Banken“, auch indem er aufzeigt, was bisher noch nicht geschehen ist, sehr bald jedoch passieren sollte.

Rasche Bereinigung der Bankbilanzen
Eine zentrale Schwachstelle, den der Bericht der Wirtschaftsweisen aufzeigt, findet sich darin, dass weite Teile des europäischen Bankensystems noch immer nicht hinreichend kapitalisiert seien und demnach keine entsprechende Widerstandsfähigkeit gegenüber unerwarteten Schocks aufwiesen. Zudem litten viele Banken unter geringer Profitabilität und hohen Beständen an notleidenden Krediten, so das Gutachten. Gerade die NPL-Bürden würden das Vertrauen in das europäische Bankensystem belasten, weshalb eine rasche Bereinigung der Bilanzen das Gebot der Stunde sei.

Notleidende Kredite von Banken ©Jahresgutachten 2016-17 Sachverständigenrat

Notleidende Kredite von Banken ©Jahresgutachten 2016-17 Sachverständigenrat

Zombifizierung der europäischen Wirtschaft
Auch könnten die notleidenden Kredite zur „Zombifizierung der europäischen Wirtschaft“ führen, als Folge einer schleppenden Kreditvergabe aufgrund eines hohen Anteils notleidender Kredite bzw. dadurch begünstigt, dass „Banken Kredite immer wieder verlängern, sodass erst gar kein Zahlungsverzug auftritt„. Dadurch würden schlechte Kredite weitergeführt und Kredite an gesunde Unternehmen  verdrängt. Das wiederum könnte dazu führen, dass „Unternehmen am Leben erhalten würden, die unter normalen Umständen aus dem Markt ausgeschieden wären.“

Der Bericht zitiert  Berechnungen, die ergeben haben, dass „eine Erhöhung der NPL-Quote um einen Prozentpunkt im Schnitt zu einem Rückgang des Kreditwachstums in Höhe von 0,8 Prozentpunkten führt.“ Folglich dürfte der Abbau notleidender Kredite bedeutsam für die wirtschaftliche Erholung im Euro-Raum sein. Zudem würde er maßgeblich dazu beitragen, die Unsicherheit im Bankensystem zu reduzieren.

Das gilt laut Jahresgutachten des Sachverständigenrates umso mehr, als dass vor allem in Griechenland, Italien, Portugal und Zypern ein weiterer Anstieg der notleidenden Kredite zu verzeichnen ist, während man in Irland und Spanien einen Rückgang der NPL-Quote messen konnte. Im EU-Durschnitt lag die Coverage ratio bei 44 Prozent (Stand: März 2016). Ob dies eine angemessene Risikovorsorge darstelle, so der Bericht der Wirtschaftsweisen, lasse sich schwer beurteilen.

Schaffung eines funktionsfähigen europäischen NPL-Markts
Eine Schlüsselforderung des Jahresgutachtens des Sachverständigenrates liegt bezüglich notleidender Kredite und deren Belastung für die Bankbilanzen in dem Aufruf, die Voraussetzungen für einen funktionsfähigen europäischen Markt für Problemkredite zu schaffen. Das können wir von Debitos natürlich nur unterstützen – und bieten ja genau dies bereits seit 2010 an. Denn unsere Online-Forderungsbörse ist DER zentrale, standardisierte und europaweit einzige Zweitmarkt für den aufsichtskonformen und transparenten Verkauf notleidender Kredite. Seit der Gründung von Debitos wurden bereits Non-performing Loans im Wert von über 1,4 Milliarden Euro verkauft.

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Die Quellen zu unserem Artikel wie auch weiterführende Informationen zum Thema finden Sie unter unten aufgeführten Links:

Pressemitteilung zum Jahresgutachten 2016/17 des Sachverständigenrates :

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