EBA warnt vor Risiken durch hohe NPL-Quote europäischer Banken

Das Risk Dashboard für das 2. Quartal 2016 der Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) gibt nicht nur deren Chef Andrea Enria Anlass zu großer Sorge. Schließlich zeigt der aktuelle Bericht, für den 156 repräsentative Banken des Euroraums untersucht wurden, dass faule Kredite immer noch und in großem Maße die europäischen Finanzhäuser belasten. Zwar ging die durchschnittliche NPL-Ratio im Vergleich zu Q1 2016 um 10 Basispunkte auf 5,5 Prozent zurück und die NPL-Deckungsrate verbesserte sich um ebenso 10 Basispunkte auf 43.9 Prozent, doch wird diese Entwicklung seitens der EBA keineswegs als Signal für eine Entwarnung gedeutet. Vielmehr liest sich im Bericht: „NPL ratios remain high and a systemic risk.“

Mehr als eine Billion Euro belasten die Bankbilanzen
Während der 7. FMA Supervisory Conference am 05. Oktober 2016 in Wien, die bezeichnenderweise unter dem Motto „Financial Markets 2.0 – R (evolution): Rebooting the European banking sector “ stand, versuchte sich auch EBA-Chef Andrea Enria an einem Systemcheck (oder -schock) der Banken im Euroraum. Statt kleinerer Bugs musste er jedoch die Notwendigkeit großer Reparaturarbeiten im Bankensektor einräumen. Zwar ist die durchschnittliche NPL-Ratio von 5,5 Prozent im Vergleich zu vor drei Jahren (7 Prozent) etwas zurückgegangen, doch liegt sie dennoch dreimal höher als beispielsweise in den USA.

NPL and Coverage ratio of non‐performing loans_EBA Risk Dashboard Q2 2016

NPL and Coverage ratio of non‐performing loans_©EBA Risk Dashboard Q2 2016

Hinzu kommt eine große Schere zwischen kleinen (fast 25 Prozent NPL-Ratio) und großen Banken (unter 4 NPL-Ratio), was deren jeweilige Quote an faulen Kredite. Zudem, so Enria, sei das NPL-Problem auch geografisch ungleich verteilt, betrage doch die NPL-Ratio in 10 EU-Mitgliedsstaaten durchschnittlich 10 Prozent.

Coverage ratio of non‐performing loans and advances_©EBA Risk Dashboard Q2 2016

Coverage ratio of non‐performing loans and advances_©EBA Risk Dashboard Q2 2016

Noch besorgniserregender sind andere Zahlen, die der EBA-Chef während der FMA-Konferenz vortrug: Eine Bruttosumme von über einer Billion Euro an notleidenden Krediten, die auch bei Zuhilfenahme von Wertberichtigungen immer noch bei 600 Milliarden liegt. Das wiederum, so Enria, übersteige sogar die Summe des Kapitals, das alle Banken 2011 aufgenommen haben und liege 6 mal über den jährlichen Gewinnen des EU-Bankensektors. Auch sei es doppelt so viel wie die Summe der Kreditneuvergaben.

Maßnahmen ergreifen – nur wann und welche?
Welche Lösungsansätze nach Meinung der höchsten EU-Bankaufseher zu ergreifen seien, fasste Andrea Enria in drei Punkten zusammen. So müsste zunächst der Druck der Bankenaufsicht auf den NPL-Abbau der Banken erhöht werden. Auch sei eine Reform bestimmter und behindernder Gesetzgebungen notwendig. Drittens sollte Maßnahmen ergriffen werden, um einen transparenten Zweitmarkt für notleidende Kredite zu entwickeln, der die Bedürfnisse des stark heterogenen NPL-Markts transparent abbildet: „To truly address the fragmentation and opaqueness of the NPL market we should also consider establishing either a single EU platform or a EU network of national platforms where banks and investors can market non-performing loans, based on consistent data and harmonised standards for sellers and buyers.“

Debitos als europäischen NPL-Zweitmarkt nutzen
Spät kommt die Einsicht der Aufseher , dass ein zentraler, standardisierter Zweitmarkt für den aufsichtskonformen und transparenten Verkauf notleidender Kredite maßgeblich zur Lösung des NPL-Problems der Euroraum-Banken beitragen kann. Gut, dass mit unserer Debitos Forderungsbörse bereits seit 2010 genauso so eine Plattform existiert. Sie bietet Banken in europäischen Ländern wie Italien, Spanien und Großbritannien und natürlich auch Kreditinstituten in der DACH-Region die Möglichkeit, ihre Non-perfomring-Loans-Portfolios in wertvolle Liquidität umzuwandeln und ihre Bilanzen damit zu bereinigen. Das alles bei unerreichter Geschwindigkeit, wird doch bei Debitos der gesamte Auktionsprozess digital abgebildet, was eine merkliche Reduzierung des Koordinationsaufwandes bedeutet.

Von der Investorenansprache bis zum Verkauf vergehen damit oft nur wenige Wochen. Die über 1.400 Verkäufer und gut 420 institutionellen Investoren profitieren zudem von maximierten Erlösen, marktgerechten Preisen und Effizienz in Echtzeit. Seit Gründung von Debitos im Jahre 2010 als europaweit einzige Plattform, auf der der Forderungsverkauf vollständig digital abgebildet und abgewickelt wird, sind mittlerweile Non-performing Loans im Wert von über 1 ,4 Milliarden Euro verkauft worden. Beste Voraussetzungen also, um sich der EZB und auch der EBA als der NPL-Zweitmarkt für europäische Banken zu empfehlen.

Die Quellen zu unserem Artikel wie auch weiterführende Informationen zum Thema finden Sie unter unten aufgeführten Links:

Pressemitteilungen der EBA:

Tiroler Tageszeitung online:



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