Digitalisierung & FinTech werden Banken massiv verändern

Zu Beginn des Monats veröffentlichte das IT-Finanzmagazin einen hervorragenden Gastbeitrag zur Lage der deutschen Banken von Thomas Jorberg, Vorstandssprecher der GLS Bank. Hierin beschreibt er eindrucksvoll, wie Banken in den vergangenen Jahren immer mehr an Akzeptanz und Rückhalt verloren haben. So sehen Kunden (fälschlicherweise) Banken in der Pflicht, wenn das Niedrigzinsumfeld zu einer schleichenden Enteignung des angesparten Vermögens führt, während Überziehungszinsen konstant (hoch) bleiben. Gleichzeitig trugen Skandale bei Zinsmanipulation und gleichzeitige milliardenschwere Bankenrettung dazu bei, das Vertrauen in Finanzinstitute signifikant zu schwächen. Das schlechte Image der Banken ist also eine der wichtigsten Herausforderungen für die verantwortlichen Personen in Banken.

Niedrigzins und Regulatorik stellen traditionelles Banking infrage
Thomas Jorberg ist der Überzeugung, dass die Zinsen langfristig auf dem aktuellen niedrigen Niveau bleiben werden. Damit „steht die Bankenbranche vor der Herausforderung, dass neben den Erträgen aus Gebühren auch die Zinsmarge in Frage steht und somit das ursprüngliche Geschäftsmodell von Banken zunehmend gefährdet ist“. Darüber hinaus schränkt im Bankwesen die überbordende Regulatorik die unternehmerische Freiheit zunehmend ein. So existieren inzwischen sogar regulatorische Vorschriften zur Erarbeitung und Überarbeitung von Strategien. So wird zwar die gewollte Einschränkung des Missbrauchs erreicht,  erschwert aber gleichzeitig auch „die Entwicklung einer neuen, an sozialen und ökologischen Werten orientierten Bankarbeit als auch von selbstorganisierten Finanzierungsformen der Zivilgesellschaft“. Es besteht aus Sicht von Herrn Jorberg durchaus die Gefahr, dass die aktuelle Überregulierung Auslöser für eine neue Finanzkrise sein könnte.

Digitalisierung und Fintech: Chance oder Bedrohung?
Auch in der Realwirtschaft können Prozesse digitalisiert dargestellt werden. Maschinen und Produkte bleiben aber immer physische Güter. In der Finanzwelt hingegen kann die Digitalisierung einen entscheidenden Schritt weitergehen, da Geld selbst digitalisierbar ist. Diese Erkenntnis haben FinTechs bereits gewonnen, bei Banken scheint sie erst langsam anzukommen. Zwar könnten Banken angreifenden Start-ups aufgrund von bereits vorhandenem Wissen und etablierter Prozesse durchaus Paroli bieten. Die Trägheit vieler Konzerne, die auch wir bei Debitos tagtäglich erleben, führt allerdings dazu, dass die Chance der Digitalisierung aktuell eher eine Bedrohung darstellt. Thomas Jorberg zieht daher auch ein ernüchterndes Resümee aus Sicht einer Bank, denn „die größte Überlebensfähigkeit könnte ausgerechnet derjenige Teil der Finanzwirtschaft haben, der nicht der Realwirtschaft dient, wie etwa der Hochfrequenzhandel und Teile des Investmentbanking, Hedgefonds, usw. Diese Geschäftsfelder werden durch die vier genannten Herausforderungen kaum tangiert“.



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