Fern der Fiktion: Wie Inkasso wirklich funktioniert

Bei dem Begriff Inkasso denken die meisten Personen an finstere Gestalten mit noch finstereren Gesichtern in langen Mänteln. Tatsächlich gibt es wohl nur wenige Berufsbilder, bei denen allgemeine Wahrnehmung und Realität so weit auseinanderklaffen wie im Inkassowesen. Bei durchschnittlich zwei Prozent Forderungsausfall in Deutschland ist das Forderungsmanagement allerdings eine notwendige Dienstleistung, die viel in Anspruch genommen wird, obwohl nur wenige Unternehmen proaktiv darüber sprechen. Umso wichtiger sind Berichterstattungen wie jüngst im Weser-Kurier zur tatsächlichen Arbeitsweise von Inkassodienstleistern. Denn grundsätzlich kann jeder den Mehrwert externer Inkasso-Unternehmen verstehen: Jeder von uns wäre zu recht verärgert, wenn eine erbrachte Leistung nicht vereinbarungsgemäß entlohnt wird. Und jeder von uns würde dem Leistungsempfänger auch sagen, dass ein solches Verhalten nicht in Ordnung ist. Wenn wir das aber selber tun, dann müssen wir Zeit dafür aufwenden und können diese Zeit nicht mehr für Dinge nutzen, die uns mehr Spaß machen als einem säumigen Schuldner hinterherzulaufen. Diese Arbeit erbringen Inkasso-Unternehmer.

Trotz 750 zugelassener Inkassounternehmen: 23 Mrd. Euro werden nicht verfolgt
Welches Potential sich durch die konsequente Nachverfolgung ausgefallener Forderungen realisieren lässt, verdeutlicht der Debitos-Index 2013. Demnach lassen deutsche Unternehmen jährlich mehr als 23 Milliarden Euro auf dem Tisch liegen, weil Forderungen zwar tituliert aber dann nicht weiter weiter bearbeitet werden. Schuld daran sind vermutlich einige wenige schwarze Schafe der Inkasso-Branche, deren Verhalten den mehr als 750 zugelassenen seriösen Inkasso-Unternehmen zu schaffen macht. Das Problem der Massenversender unberechtigter Forderungen kennt auch der Sprecher des Bundesverbands Deutscher Inkasso-Unternehmen e.V. (BDIU) Marco Weber: „Diese Firmen sind absolut illegal und schädlich für den Ruf der seriösen Inkasso-Unternehmen.“ Schließlich arbeitet die Mehrzahl der Inkassodienstleister effizient, diskret und mit moderner Büroausstattung statt physischer Maßnahmen. Unternehmen, die ihre Forderungen nicht in die Langzeitüberwachung geben wollen, stehen neue Wege wie der Verkauf von Forderungen im Auktionsverfahren über Debitos offen. Über die Online-Forderungsbörse erreichen Verkäufer auf einen Schlag mehr als 200 geprüfte Käufer, die im direkten Wettbewerb zueinander stehen. So entsteht ein Bieterwettstreit, der vollständige Transparenz bei der Preisfindung ermöglicht und gleichzeitig den Verkaufspreis maximiert.

Gesetz gegen unseriöse Geschäftspraktiken: Dezentrale Überwachung ist fatal
Neben den schwarzen Schafen der Branche treibt die deutschen Inkasso-Unternehmer auch das Gesetz gegen unseriöse Geschäftspraktiken um. Grundsätzlich begrüßen der BDIU und seine Mitgliedsunternehmen diesen Vorstoß der damaligen Bundesregierung zwar. Schließlich hat jeder Schuldner ein Recht darauf, den Namen des Gläubigers, den Grund der Forderung sowie das Datum des Vertragsabschlusses transparent dargelegt zu bekommen. Allerdings bemängelt der Verband die dezentrale Organisation der Aufsicht über die Einhaltung des Gesetzes. Wenn 79 Behörden parallel arbeiten, dann sind Inkonsistenzen und Verwirrung vorprogrammiert. Gleichzeitig ist die dezentrale Überwachung äußerst ineffizient für alle Beteiligte. Entsprechend arbeitet der BDIU mit allen Kräften an einer Nachbesserung des  Gesetzes. Es bleibt abzuwarten, ab wann sich die neue Regierung der Thematik annimmt.



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