Prokon-Insolvenz sorgt bei Anlegern für herbe Verluste

Lange dauerte der öffentlich geführte Überlebenskampf des Windanlagen-Finanzierers Prokon. Nun hat Prokon Insolvenz angemeldet – und das entgegen der Wünsche des Unternehmensgründer Carsten Rodbertus nicht in Eigenregie. Somit sind beide Pläne von Geschäftsführer Rodbertus gescheitert, denn weder konnte er die Insolvenz abwenden, noch ist es ihm gelungen, ein Insolvenzverfahren nach dem ESUG zu beantragen und somit zumindest einen Teil der Kontrolle auch in der Insolvenz zu behalten. Den Anlegern mag es da wie Hohn erscheinen, wenn Prokon schreibt, das Unternehmen sei „nach wie vor operativ gut aufgestellt“. Schließlich haben viele Kleinanleger hochspekulative Genussscheine gezeichnet und stehen nun vor einem möglichen Totalverlust.

In Windeseile in die Insolvenz. Und dann war da noch der Wald in Rumänien
Auch wenn erste Gespräche über den Verkauf einzelner Windparks vielversprechend verlaufen, scheint die Lage der rund 75.000 Kleinanleger und ihrer in Prokon-Genussrechten angelegten 1,4 Milliarden Euro aussichtslos. Denn Genussscheine sind hybride Wertpapiere, die sowohl Eigenschaften von Eigenkapital als auch von Fremdkapital haben. So wird der Inhaber eines Genussscheins im Falle der Insolvenz zu einem nachrangig zu behandelnden Gläubiger – dessen Forderung erst dann bedient wird, wenn alle anderen Verbindlichkeiten beglichen wurden. Besonders prekär erscheint vor diesem Hintergrund die jüngste Nachricht, dass Prokon für 80 Mio. Euro Wald in Rumänien gekauft und dies mit Anlegergeldern bezahlt hat. Es stellt sich die Frage, inwieweit das Investment in rumänische Waldflächen zum Geschäftszweck von Prokon gehört. Deshalb wurde für den Wald-Kauf auch eine eigene Firma von Prokon-Gründer Rodbertus und seinen Geschäftspartnern gegründet, die formal unabhängig von Prokon ist. Warum trotz der formellen Unabhängigkeit aber Prokon Anlegergelder für den Kauf verwendet werden konnten, wird der Insolvenzverwalter klären müssen.



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