Finanzmarktregulierung… aber bitte mit Gefühl

„Es reicht nicht, wenn wir die europäischen Banken regulieren, Banken in anderen Erdteilen aber nicht darunter fallen.“ Mit diesen Worten verdeutlichte Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Jahresempfang der Industrie- und Handelskammer Rheinhessen am 18. Februar 2013 in Mainz, wie ernst es der Bundesregierung mit der Regulierung des internationalen Finanzmarktes und dessen Akteuren ist. Andere Experten wie der ehemalige Chefökonom des Internationalen Währungsfonds (IWF), Raghuram Rajan, sehen gerade eine zu strikte Regulierung als Gefahrenherd. So berichtet der angesehene Finanzblog Blick Log über ein Gespräch des indisch-amerikanischen Finanzmarktexperten mit dem FAZIT-Blog der FAZ, in dem Rajan für eine „Regulierung mit Gefühl“ plädiert. Schließlich hätten in den vergangenen Jahren zu starke Kontrollen des Finanzmarkts zu einer hohen Konzentration der Risiken geführt – und damit zu einer Stärkung des Schattenbankensystems.

G20-Gipfel: Weltweite Transaktionssteuer?
Ein heiß umstrittener Teil der Finanzmarktregulierung ist die Transaktionssteuer. Bundeskanzlerin Merkel kündigte in ihrer Rede vor der IHK an, sich beim G20-Gipfel in St. Petersburg für eine weltweite Transaktionssteuer einzusetzen. Die Finanztransaktionssteuer, die Deutschland und zehn andere Euro-Staaten einführen wollen, wird Kritikern zufolge jedoch zu einer Verlagerung des Handels in steuerfreie Gebiete führen. Dies würde vor allem jene Finanzmarktplätze treffen, die in Ländern mit Finanztransaktionssteuer sitzen – also eben auch Frankfurt. Allerdings existieren auch Handelsplätze, die nicht im Fokus der politischen Regulierung stehen. So verwundert es wenig, dass die Debitos Forderungsbörse als erste Online-Plattform für den regresslosen Handel mit Forderungen starken Zulauf erhält. Schließlich können verkaufende Unternehmen hier die Konditionen des Handels – namentlich Mindestpreis, Laufzeit und eingeladene Investoren – für jedes Angebot individuell festlegen. Käufer von Forderungen profiteren von der Möglichkeit, in einzelne Forderungen oder Forderungspakete zu investieren, die exakt ihren Investitionskriterien entsprechen.

Regulierung könnte Kreditklemme verstärken
Indes warnt Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), die Politik davor, die Schraube der Bankenregulierung zu überdrehen: „Die ganze Regulierung zielt darauf ab, dass Geldverleihen teurer wird“, sagte er jüngst in Berlin. Er spielt damit auch auf Engpässe bei der Vergabe von Krediten an Firmen an. Schließlich würde Eigenkapital für Banken aufgrund von derzeit 15 Regulierungsprojekten allein auf EU-Ebene immer teurer. Dies wirke sich zwangsläufig auf die Kreditzinsen aus, wodurch letztlich Unternehmen mehr für Kredite bezahlen oder eine noch bessere Bonität und Sicherheiten vorweisen müssten. Zudem fürchtet Wansleben auch, dass „beim geplanten Trennbankensystem und bei der Finanztransaktionssteuer ein Flickenteppich in Europa drohe“. Doch auch hier ist des einen Leid des anderen Freud: Debitos ermöglicht Unternehmen Liquidität auf Abruf und ist daher Profiteur der verstärkten Regulierung von Banken.

 



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