Handwerk leidet unter schlechter Zahlungsmoral

Einer Umfrage der Nachrichtenagentur dpa zufolge leidet das Handwerk in Sachsen-Anhalt unter der schlechten Zahlungsmoral seiner Kunden. Neben die Zunahme der Außenstände gesellt sich nun auch die Angst vor den Auswirkungen, welche die Umsetzung des Gesetzesentwurfes zur Bekämpfung von Zahlungsverzug im Geschäftsverkehr hervorrufen könnte. Das Gesetz ist eine Adaption von EU-Richtlinien in deutsches Recht und soll eigentlich schlechtes Zahlungsverhalten bekämpfen. So sollen vor allem kleinere Betriebe vor einer mangelhaften Zahlungsmoral ihrer Kunden bewahrt werden. Doch der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Magdeburg, Burghard Grupe, sieht dies anders: „Erste Entwürfe gehen davon aus, dass 90 Tage verstreichen können ehe für eine Leistung gezahlt wird.“ Schuldner geraten nach altem Recht spätestens nach 30 Tagen in Verzug. Das neue Gesetz will längere Zahlungsfristen einführen (60 Tage), was zusammen mit der vorgesehenen Abnahmefrist von 30 Tagen dazu führen kann, dass Handwerker bald 90 Tage auf das Begleichen ihrer Rechnung warten müssen.

Schlechte Zahlungsmoral bremst Wachstum der Handwerksbetriebe
Ungeachtet dessen, in welcher Form die Bundesregierung die EU-Richtlinie umsetzen wird, bietet sich Unternehmern mit Debitos erstmals eine Möglichkeit, ihre Forderungen sofort nach Rechnungsstellung zu verkaufen und somit wertvolle Liquidität zu generieren. Auf diese Weise erhalten auch Handwerker in Sachsen-Anhalt völlig losgelöst von der Zahlungsmoral ihrer Kunden unternehmerischen Gestaltungsspielraum. Schließlich berichtet der Kammerbezirk Halle im Rahmen der Umfrage, dass jede sechste Handwerksfirma in ihrem Bezirk das schlechte Zahlungsverhalten ihrer Kunden als Entwicklungshindernis sieht. Mangelnde Zahlungsmoral stellt also das größte Hemmnis für Wachstum dar. Höchste Zeit also, diese Bremse zu lösen und mit dem Forderungsverkauf über Deutschlands erste Forderungsbörse durchzustarten.

Auch Energie- und Materialkosten drücken
Andere Faktoren, die hinderlich auf die Handwerksbetriebe in Sachsen-Anhalt wirken, sind laut der dpa-Umfrage die konstant steigenden Kosten für Energie, Material und Personal. Wenn dann noch die Zahlungen der Kunden ausbleiben oder sich verzögern, geraten viele Unternehmen aufgrund fehlender finanzieller Rücklagen unter erheblichen Druck. Selbstverständlich hat die Konjunktur an sich einen entscheidenden Einfluss auf die Unternehmen. Allerdings ergibt sich ein verstärkter Effekt dadurch, dass bei schlechter Wirtschaftslage neben rückläufigen Aufträgen auch die Zahlungsmoral der Kunden weiter sinkt. Dazu der Leiter Standortpolitik der IHK Halle-Dessau, Christoph Wockenfuß: „Die Entwicklung der Zahlungsmoral hängt immer von der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ab.“

 



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