Insolvenz des Tourismusverbands Oberbayern

Der Tourismusverband Oberbayern ist der größte Verband seiner Art in Deutschland. Leider nimmt er nun auch in Sachen Insolvenz eine Vorreiterrolle an. Am Dienstag, den 09.10.2012, beschritt der Interims-Geschäftsführer Stephan Götschel den Weg zum Münchner Insolvenzgericht. Nur einen Tag zuvor hatten die Verbandsmitglieder, unter ihnen die Landeshauptstadt München und der Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA, beschlossen, keine weiteren Überbrückungsgelder in die Vereinskasse einzuzahlen. Darüber hinaus sprachen die Ermittlungen gegen den Tourismusverband Oberbayern wegen EU-Subventionsbetrugs für die Insolvenz.

Rückzahlungsforderungen in Millionenhöhe befürchtet
Bereits im Sommer wurde bekannt, dass der Verband jahrelang gegen EU-Förderbestimmungen verstoßen hatte, indem Rechnungen für tatsächlich nicht erbrachte Leistungen eingereicht wurden. Daraufhin stellte das Bayerische Wirtschaftsministerium die finanziellen Unterstützungen ein und ebnete damit wohl auch den Weg für die Insolvenz. Als Konsequenz drohen dem Verein nun mögliche Rückforderungen durch die EU, welche nach ersten Einschätzungen durchaus im sechsstelligen Bereich liegen könnten. Leider existiert kein Mittel gegen bewussten Betrug. Zur kurzfristigen Erhöhung der Liquidität stehen gerade kleineren Unternehmen allerdings innovative Instrumente zur Verfügung. So haben wir die Debitos Forderungsbörse geschaffen, um dem Mittelstand eine maßgeschneiderte und bankenunabhängige Finanzierungsoption zu eröffnen. Schließlich wissen wir, dass unternehmerische Flexibilität an oberster Stelle steht und durch strenge Auflagen oftmals erheblich eingeschränkt wird.

Neustart in Sicht
Wir haben bereits über verschiedene Unternehmen berichtet, die gestärkt aus der Insolvenz hervorgegangen sind und bewiesen haben, dass im Scheitern auch eine Chance für den Neuanfang liegt. So sieht es auch das Wirtschaftsministerium des Freistaates. Laut Wirtschaftsminister Martin Zeil ginge es vor allem darum, dem Tourismusverband Oberbayern als touristischem Premiumprodukt eine Chance für den Neuanfang zu geben. Schließlich zählte der Verband 300 Mitglieder, verzeichnete jährlich 30 Millionen Übernachtungen und verfügte über einen Jahresetat von knapp drei Millionen Euro. „Sofern die Voraussetzungen erfüllt sind, werden wir das Tourismusmarketing für Oberbayern auch weiterhin unterstützen,“ so Martin Zeil weiter. Da der größte Anteil des Verbands-Etats aus Mitteln der Landesregierung und der EU stammt, wird die Gründung einer neuen Organisation gerade von diesen beiden Geldgebern aber auch den Verbandsmitgliedern genau beobachtet werden.

 



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