Zahlungsmoral deutscher Unternehmen auf hohem Niveau

Gemäß des monatlichen D&B-Zahlungsindex haben im zweiten Quartal 87,81 Prozent der deutschen Unternehmen ihre gute Zahlungsmoral unter Beweis gestellt und offene Rechnungen pünktlich beglichen. Mit Ende der ersten Hälfte diesen Jahres stehen die deutschen Firmen damit besser als da als noch im ersten Quartal. Zwar betrug die Steigerung lediglich 0,04 Prozent, doch angesichts schwächelnder Konjunktur und Staatsschuldenkrise in der Euro-Zone ist dies ein erfreuliches Ergebnis. Verspätete Zahlungen gingen durchschnittlich innerhalb von 6,4 Verzugstagen auf die Konten der Auftragnehmer ein. Dazu D&B Geschäftsführer Thomas Dold: „Schlecht stehen die deutschen Unternehmen damit nicht da. Auch wenn sie angesichts immer moderater verlaufender Konjunkturerwartungen vorsichtiger haushalten, ist von einer Krise bisher noch nichts zu spüren.“ Allerdings verdeutlicht die folgende Graphik die Abflachung der Zahlungsmoral-Kurve im Zeitverlauf.

Entwicklung-Zahlungsmoral-Deutschland_Q2-2012

Branchen mit erheblichen Unterschieden in der Zahlungsmoral
Die Betrachtung der Zahlungsmoral nach Branchen fördert einige interessante Erkenntnisse zutage. So rangiert die Pharmaindustrie mit 92,83 Prozent pünktlich zahlender Unternehmen auf dem ersten Platz bei der Zahlungsmoral. Die Automobil- und Zulieferindustrie hingegen ist weiterhin Schlusslicht, denn hier zahlen lediglich 81,11 Prozent der Unternehmen ihre Forderungen ohne jeglichen Verzug. Primär sind es die starken Exportzahlen deutscher Unternehmen ins außereuropäische Ausland sowie eine solide Binnennachfrage, die für Liquidität und damit für das überwiegend pünktliche Bezahlen offener Forderungen sorgen. Allerdings bleibt unklar, inwieweit sich Schuldenkrise und eine mögliche nachlassende Nachfrage aus China künftig auf die Zahlungsmoral auswirken werden. Wird der im August 2012 erneut gesunkene ifo Geschäftsklimaindex zugrunde gelegt, so liegt die Vermutung nahe, dass sich die Kurve des Zahlungsmoralindex im kommenden Monat umdrehen könnte.

Liquidität der Unternehmen beeinflusst Zahlungsmoral am stärksten
Der aktuelle D&B-Zahlungsindex zeigt, wie eng Liquidität und Zahlungsmoral zusammenhängen. Hierin liegt die Bedeutung des Working Capital Managements für Unternehmen begründet. In diesem Zusammenhang ermöglichen innovative Instrumente wie die Debitos Forderungsbörse, durch den Verkauf offener Forderungen kurzfristig die Liquidität zu erhöhen. Auf der einen Seite werden so Ressourcen innerhalb des Unternehmens freigesetzt. Auf der anderen Seite können die gewonnenen flüssigen Mittel erfolgreich in das Neugeschäft investiert werden und zum Unternehmenswachstum beitragen. Und wer in der Vergangenheit bereits einmal gleichzeitig mit vier bis fünf Anbietern einer Leistung verhandelt hat, der wird auch zu schätzen wissen, dass mit Debitos auf einen Schlag über 100 potentielle Investoren erreicht werden.

 



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