Q-Cells sucht sein Heil in der Insolvenz

Nach Solarhybrid, Solar Millennium und Solon, ist Q-Cells der bereits vierte namhafte deutsche Solarkonzern, der die Krise der Solarbranche verdeutlicht und sprichwörtlich in die Knie geht. So wird das Solarunternehmen nach eigenen Angaben bereits am heutigen Dienstag Insolvenzantrag beim Amtsgericht Dessau stellen. Damit finden die seit mehreren Monaten anhaltenden Spekulationen um die Zukunft des Unternehmens aus Bitterfeld-Wolfen ein von vielen Experten vorhergesehenes Ende.

Sanierung in Eigenregie
Gut 2.200 Mitarbeiter beschäftigt Q-Cells zur Zeit. Davon befinden sich 500 Arbeitsplätze in Malaysia. Ob und wie sich das, nun zumindest auf Eis gelegte Unternehmenscredo German Engineering für beide Standorte weiterführen lassen wird, bleibt vorerst unklar. Entschieden ist zumindest, dass sich der 1999 gegründete Konzern vorerst darauf konzentrieren wird, unter dem durch das „Gesetz zur weiteren Erleichterung der Sanierung von Unternehmen (ESUG)“ gewährte Gläubigerschutz die Sanierung des Unternehmens in Eigenregie durchzuführen. Dazu heißt es auf der Webseite des Solarmodul- und Solaranlagen-Herstellers: „Nach intensiver Prüfung von alternativen Konzepten zur Umsetzung der Finanzrestrukturierung ist das Management zu der Einschätzung gelangt, dass die Fortführungsprognose für das Unternehmen nicht mit hinreichender rechtlicher Sicherheit wiederhergestellt werden kann. Daher ist die Stellung eines Insolvenzantrags rechtlich geboten.“

Schuldenschnitt bei Q-Cells gescheitert
Noch einige Tage zuvor hatte man seitens der Unternehmensführung versucht, Q-Cells auf andere Art und Weise zu sanieren. Im Gespräch war ein Schuldenschnitt bzw. eine Umschuldung. Es war vorgesehen, durch ein mit einer Vielzahl der Anleihengläubigern vereinbartes Restrukturierungskonzept die Insolvenz abzuwenden und eine Entschuldung voranzutreiben. Doch ein Urteil des Oberlandesgerichts Frankfurt/Main zu Ungunsten der Pfleiderer AG und deren Entschuldungsplänen via Anleihentausch entmutigte schließlich auch Q-Cells. Um ein solches Verfahren durchzuführen, wäre sowohl für Pfleiderer wie auch für Q-Cells die Zustimmung aller Anleihengläubiger notwendig gewesen. Doch diese einstimmige Bestätigung fehlte letztlich beiden Unternehmen. Da Q-Cells davon ausgehen konnte, dass ein Gericht ebenso wie bei Pfleiderer gegen ein Restrukturierungsprogramm ohne Zustimmung sämtlicher Gläubiger urteilen würde, folgt nun als logische Konsequenz die Insolvenz.

Vom Wunderkind zum Schattendasein
Noch vor einigen Jahren war das ostdeutsche Unternehmen aus dem so genannten „Solar Valley“ ein großer Gewinner der zunehmenden Konzentration auf regenerative Energiequellen und als ein heißer Kandidat für die Aufnahme in den DAX gehandelt worden. Doch nach dem Wertverfall der Q-Cells Aktie (Marktkapitalisierung gestern von 35,47 Mio. Euro) und einer durch hohe Verluste aufgezehrten Eigenkapitaldecke wurde Q-Cells Mitte März 2012 gar aus dem Tec-DAX verbannt. Nun stehen die Zeichen auf Neuanfang. Zumindest deutet darauf die Absicht hin, eine „geregelte“ Insolvenz in Eigenregie anzugehen und den Gläubigerschutz zur Restrukturierung zu nutzen.

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