Schuldenbarometer 2011: Privatinsolvenzen weiter auf hohem Niveau

Die im „Schuldenbarometer 2011“ der Hamburger Wirtschaftsauskunftei Bürgel aufgeführten Zahlen zu Privatinsolvenzen in Deutschland lassen unterschiedliche Interpretationen zu. Laut der Studie meldeten in Deutschland im vergangenen Jahr 136.033 Bundesbürger Privatinsolvenz an. Damit ging die Zahl der Fälle von Zahlungsunfähigkeit von Privatpersonen gegenüber dem Vorjahr um 2,2% zurück. Andererseits besagen diese Zahlen auch, dass trotz des Rückgangs immer noch eine äußerst hohe Anzahl an Privatinsolvenzen angemeldet werden, denn in der Vergangenheit konnten in Deutschland nur in den Jahren 2007 und 2010 mehr Verbraucherinsolvenzen gemessen werden. Unter Berücksichtigung der positiven Konjunkturentwicklung und der erfreulichen Beschäftigtenzahlen im Jahr 2011 bedarf es weiterer Details, um diese Entwicklung besser zu verstehen.

Privatinsolvenzen bei Risikogruppen steigen
Bürgel-Geschäftsführer Dr. Norbert Sellin kommentiert die Entwicklung wie folgt: „Gerade aufgrund einer sehr niedrigen Arbeitslosenquote mit dem tiefsten Stand seit 20 Jahren hätte der Rückgang stärker ausfallen müssen.“ So sehen sich laut der Studie vor allem die primären Insolvenz-Risikogruppen der jungen Erwachsene von 18 bis 25 Jahren und Bürgern über 60 Jahren entgegen der allgemeinen Entwicklung zunehmend mit einer hohen Verschuldung konfrontiert. In Zahlen ausgedrückt legte die Anzahl der Privatinsolvenzen junger Erwachsener 2011 gegenüber dem Vorjahr um 0,9% zu, bei den Senioren war es gar ein Plus von 6,7%. Gründe hierfür sind vor allem in der Arbeitslosigkeit, niedrigen Löhnen und einem zum Einkommen unpassendes Konsumverhalten zu suchen, so Dr. Sellin weiter.

NRW und Bremen „Spitzenreiter“
Betrachtet man die Gesamtzahl der bundesdeutschen Privatinsolvenzen im absoluten Vergleich, so steht Nordrhein-Westfalen mit insgesamt 32.389 Fällen an erster Stelle. Es folgen Niedersachen (17.290), Bayern (15.202) und Baden-Württemberg (13.110). Nimmt man aber die relativen Zahlen – also Privatinsolvenzen je 100.000 Einwohner in den jeweiligen Bundesländern – führt Bremen mit 293 Fällen je 100.000 Einwohner die Spitze der Privatpleiten vor Hamburg (219), Niedersachsen (218), dem Saarland (213) und Schleswig-Holstein (212) an.

Privatinsolvenzen nach Geschlecht
Untersucht man die Privatinsolvenzen nach Geschlecht, sind es insgesamt mehr Männer (58,1%) als Frauen, die sich zahlungsunfähig melden – und dies in fast allen Altersgruppen, mit Ausnahme der 18- bis 25-Jährigen. Hier überwiegt mit 55,1% der Anteil der weiblichen Schuldner, die ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen können. Der Ausblick für 2012: Bürgel rechnet mit bis zu 137.000 Privatinsolvenzen, wobei die tatsächliche Zahl auch abhängig von der weiteren konjunkturellen und Arbeitsmarktentwicklung und dem Verlauf aktueller Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst sein dürfte.

Mit Forderungsverkauf der Zahlungsunfähigkeit begegnen
Auch für Unternehmen ist die Entwicklung der Privatinsolvenzen ein wichtiges Barometer. Um Zahlungsausfällen vorzubeugen, empfiehlt es sich für Firmen, ihre offenen Forderungen im Idealfall noch vor Zahlungsausfall zu verkaufen. Aber auch bereits ausgefallene Forderungen gegen Privatpersonen können nach Erwirkung eines Vollstreckungstitels einzeln oder im Paket gebündelt verkauft und somit administrative Kosten nachhaltig reduziert werden.

 



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