Insolvenzverwalter von Lehman Brothers diskutieren Lehren für Griechenland

Was lehren uns die spektakulären Banken- und Unternehmenspleiten der letzten Jahre? Man sollte meinen, dass am Ende alle klüger sind. Glaubt man zumindest dem Unternehmensberater Bryan Marsal, dann ist dies nur bedingt der Fall. So war und ist für ihn der Fall Lehman Brothers eine besondere Herausforderung. Gleichzeitig gibt er ein Exempel dafür ab, wie und was anders laufen muss. Gemeinsam mit seinem Partner Tony Alvarez war Marsal „Chefabwickler“ der Lehman-Bank und hat nun, gut dreieinhalb Jahre nach der Pleite, welche ungeahnte Schockwellen in der Finanzwelt auslöste, Zeit für ein Resümee.

Nüchternes Fazit in turbulenten Zeiten
In einem Interview mit der Welt am Sonntag spricht Bryan Marsal davon, dass sich bestimmte Dinge verändert hätten, während andere riskante Geschäftspraktiken unverändert weiter praktiziert würden. Das Risikomanagement der Banken hat sich seiner Meinung nach zwar verbessert. Trotzdem wird die Risikospirale weiterhin stark befeuert. Da Risiko und Rendite miteinander korrelieren, sind Finanzmarktprofis auf der Jagd nach höheren Gewinnen nach wie vor auch risikobereit. Dieser Einstellung können, so glaubt Marsal, auch strengere Eigenkapitalanforderungen nur bedingt etwas entgegensetzen. Am Ende müsse vor allem die internationale Zusammenarbeit verbessert und herrschende Regulierungen überdacht und überprüft werden. Die Reaktionszeiten müssten verkürzt und gleichzeitig immer die Option offen behalten werden, eine Bank auch „ordentlich Pleite gehen zu  lassen“. Dies hat schließlich die beste Signalwirkung, dass riskantes oder schlechtes wirtschaftliches Handeln nicht auch noch belohnt werden.

Die Lehman-Lehre: Auch für Griechenland ein Weg?
Sowohl Marsal als auch sein Geschäftspartner Alvarez möchten gerade mit Hinblick auf das Lehman-Mandat als Unternehmensberater und Wertmaximierer und nicht als Totengräber gesehen werden. Die Abwicklung der Lehman-Insolvenz und die Realisierung von 65 Milliarden Euro macht sie zu recht stolz und die Gläubiger zufrieden. Allerdings sind nach wie vor verschiedene NPL-Servicer mit der Verwertung von Kreditforderungen von Lehman Brothers beschäftigt. Damit es im Falle einer Insolvenz Griechenlands nicht zum Euro-Kollaps kommt, raten beide dazu, die Staatspleite so sowohl EU als auch Griechenland so geordnet wie möglich ablaufen lassen, um den Schaden für die Volkswirtschaften Europas zu minimieren.

Wertsteigerung durch Versteigerung: Forderungsverkauf als Risikomanagement
Zwar ist der Verkauf offener Forderungen über die Debitos Forderungsbörse für die Gläubiger Griechenlands nicht praktikabel. Allerdings können Unternehmen sämtlicher Größen und Branchen insbesondere durch den Verkauf bereits ausgefallener Forderungen ihre administrativen Kosten senken und in Forderungen gebundenes Kapital in Liquidität umwandeln. Dies sichert gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten unternehmerischen Handlungsspielraum. Aufgrund strengerer Eigenkapitalanforderungen an die Banken als primärem (Fremd-)Kapitalgeber gilt es nämlich, Wege der alternativen, kostengünstigen und flexiblen Finanzierung zu finden. Da auf Debitos keine langwierigen Bilanzprüfungen oder Rahmenverträge notwendig sind, bietet die Plattform Unternehmen genau diese Flexibilität.

 



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