Auch der Zoll kann vom Forderungsverkauf profitieren

Unter anderem ist es Aufgabe des deutschen Zolls, im Auftrag der Bundesrepublik Deutschland offene Forderungen einzutreiben. In seiner Eröffnungsansprache anlässlich der 53. Jahrestagung des Deutschen Beamtenbundes sprach dessen Vorsitzender Peter Heesen an, dass der Zoll diese Aufgabe relativ wenig erfolgreich betreibe. Dies allerdings sei vor allem der Tatsache geschuldet, dass die Behörde hoffnungslos unterbesetzt und überlastet sei. So würden 3.600 Mitarbeiter fehlen und insgesamt über eine Million Vollstreckungsbescheide auf Halde liegen. Allein dadurch entgehen dem Staat Einnahmen von knapp 1,5 Milliarden Euro. Insgesamt sollte der deutsche Zoll letztes Jahr mehr als fünf Milliarden Euro an offenen Rechnungen für den Bund eintreiben. Tatsächlich wanderte jedoch nur knapp eine Milliarde zurück in die Staatskasse.

Die Behörde als Schuldeneintreiber
Unter anderem ist der Zoll dafür verantwortlich, unbezahlte Rechnungen im Auftrag der Arbeitsagentur, der Berufsgenossenschaft und der Krankenkassen einzutreiben. Dabei erhalten die Zollämter im Schnitt  jährlich gut vier Millionen Aufträge dieser Art. In der Regel strömen die Zollbeamten dann aus, um säumige Kunden zu Hause aufzusuchen und die offenen Rechnungen einzufordern. Doch aufgrund der personellen Unterbesetzung ist dies nicht mehr ohne Weiteres möglich. Die auch vom Finanzministerium bestätigte Zahl von gut 3.600 fehlenden Arbeitskräften führt dazu, dass der Zoll seine Prioritäten verschiebt und sich eher auf den Kampf gegen Schwarzarbeit, die organisierte Kriminalität und den Drogenhandel konzentriert. Das Schuldeneintreiben im Namen des Staates bleibt dabei zurück.

Forderungsverkauf als Alternative
Hinsichtlich der knappen Personaldecke muss sich wohl auch der Zoll nach Alternativen umsehen, um offene Rechnungen in Liquidität umwandeln zu können. Insofern wäre der Verkauf offener Forderungen – beispielsweise über die innovative Forderungsbörse Debitos – eine hervorragende Möglichkeit, personelle Ressourcen zu schonen, den Außendienst praktisch im Innendienst einzusetzen und bei gleichzeitiger Kostenreduktion die Erlöse zu maximieren.

Verkaufte Forderungen schonen das Schuhwerk
Mit einem Forderungsverkauf über Debitos müssten die Beamten nicht ausschwärmen, um offene Forderungen einzutreiben. Sie könnten ganz einfach sowohl ausgefallene als auch frische Forderungen einzeln und ohne Bindung an Rahmenverträge im kompetitiven Auktionsverfahren verkaufen. Der Behörde und dadurch auch dem Staat wäre damit sofortige Liquidität zu marktgerechten Preisen sicher. Toll für den Zoll auch deshalb, weil der durch unnötige Wege entstandene Verschleiß des Beamtenschuhwerks minimiert und die Motivation durch Innovationsfreudigkeit maximiert würde. Es bleibt zu hoffen, dass in auch in der (Zoll-)Behörde unternehmerisches Denken Einzug hält.

 



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