Insolvenzverfahren bei Schlecker: Wie soll es weitergehen?

Wo genau sich die Insolvenz der größten deutschen Drogeriekette Schlecker ansiedeln lässt, ist bisher noch unklar. Ob die Geschichte des Familienunternehmens eine Wendung nach dem Beispiel von Knaus Tabbert oder Escada nehmen wird oder aber eine Zerschlagung wie bei manroland droht, kann zu diesem Zeitpunkt noch keiner sagen.
Fest steht, dass am 23.01.2012 die Planinsolvenz mitsamt eines Sanierungsvorschlags beantragt bzw. eingereicht wurde. Unumstößlich scheint auch, dass Schlecker vor einer Radikalkur steht. Ob und in welchem Maße diese die rund 30.000 Arbeitsplätze in den rund 7.000 Schlecker-Märkten betreffen wird, wagt bisher keiner zu prophezeien. In jedem Fall soll das Konzept zur Sanierung darstellen, wie ein Großteil der Arbeitsplätze gesichert werden kann.

DM und Rossmann winken ab
Die Mitbewerber DM und Rossmann wurden sogleich als mögliche Aufkäufer von Teilen der Schlecker-Drogeriekette ins Spiel gebracht. Doch winkten bereits ab: die Schlecker-Läden und -Philosophie passten nicht in ihr Konzept. Darüber hinaus bestünde lediglich ein Interesse an den Geschäften in guten Lagen, während die anderen, weniger modernen und schlechter gelegenen Märkte schließen müssen. Währenddessen fordert die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di den Firmenpatriarchen Anton Schlecker auf, sich mit Teilen seines Privatvermögens (geschätzte 3 Milliarden Euro) an der Sanierung der Drogeriekette und damit am Erhalt der Arbeitsplätze zu beteiligen.

Offene Forderungen und offene Fragen
Dass es mit Schlecker so weit kommen musste, sehen viele der Tatsache geschuldet, dass die Drogeriekette die Zeichen der Zeit nicht erkannt hatte. Zu lange setze sie auf Masse statt auf Klasse. Denn auch wenn das schwäbische Familienunternehmen über doppelt so viele Läden wie alle Mitbewerber zusammen verfügt, bewegte sich die Produktivität eher am unteren Rand. Dirk Roßmann sagte dazu in der Welt online, dass eine Rossmann- und dm-Filiale im Monat im Schnitt einen Umsatz von 300 000 Euro erzielen würden, während eine Schlecker-Filiale auf nur 20.000 Euro käme. Offen wie die Zukunft der Drogeriekette sind übrigens auch die offenen Forderungen, die von verschiedenen Unternehmen gegen Schlecker aufgelaufen seien. Nachdem eine letzte Zahlungsfrist abgelaufen sei, blieb dem Unternehmen nur noch der Insolvenzantrag. Details wurden seitens des Familienunternehmens jedoch noch nicht bekannt gegeben.

 



Jetzt kostenfrei
registrieren

Effiziente Lösung für
notleidende Kredite

Schnelle Prozesse im
Forderungsverkauf