Verbraucherzentrale-Bundesverband bewertet Inkasso-Unternehmen

Die Angst geht um, wenn der Begriff Inkasso fällt. Zumindest hat dies eine nicht repräsentative Inkasso-Auswertung der Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) in Berlin. An der Umfrage beteiligten sich rund 4.000 betroffene Personen. 84 Prozent der Befragten gaben hierbei an, dass bereits die an sie gestellte Hauptforderung nicht berechtigt gewesen sein. 15 Prozent sagten, dass es unmöglich gewesen sei, überhaupt die Art der Forderung anhand des Schreibens der Inkasso-Unternehmen zu identifizieren. VZBV-Vorstand Gerd Billen betont in diesem Zusammenhang, dass es klare Anhaltspunkte gebe, dass Millionen von Verbrauchern mit unberechtigten Forderungen zu kämpfen haben.

 

Dubiose Inkasso-Unternehmen arbeiten mit zweifelhaften Methoden 

Dazu seien diese noch mit einem drohenden Unterton versehen. Die Methoden grenzen laut Billen an Nötigung. Ziel sei immer, die angeschriebenen Personen genau so stark einzuschüchtern, dass sie sich zur Zahlung horrender und zu Unrecht geforderter Summen bewegt sehen. Die Auftraggeber dieser dubiosen Inkasso-Unternehmen sind laut Umfrage oftmals Betreiber zweifelhafter sogenannter „Abofallen“ oder Telefonwerber. Auch würden einige Inkasso-Unternehmen ohne jegliche Zulassung agieren. Gerd Billen forder daher die Staatsanwaltschaft auf, zu untersuchen, „ob hinter der engen Verbindung von Abofallen, unlauterer Telefonwerbung und Inkasso-Unternehmen nicht mafiöse Strukturen stecken.“

 

Debitos begrüßt Inkasso-Auswertung als Anstoß zum Handeln
Die Debitos GmbH begrüßt die vom Verbraucherzentrale Bundesverband in Berlin vorgestellte Inkasso-Auswertung. „Wir erhalten tägliche Anfragen von unseren Verkäufer, die sicherstellen wollen, dass ihre Forderungen auch bestimmt nicht an ‚Russen-Inkasso‘ oder ähnliche zweifelhafte Geldeintreiber verkauft werden“, so COO Hajo Engelke. „Daher stellen wir durch eine detaillierte Überprüfung sämtlicher Unternehmen sicher, dass unsere Forderungsbörse frei von dubiosen Praktiken und unseriösen Inkasso-Unternehmen bleibt. Diese werden zwar weiterhin existieren, auf unserer Handelsplattform sowie im professionellen Forderungsmanagement haben wir aber keinen Platz für solche Praktiken.“

 

Politik reagiert mit Vorschlag zur Verschärfung der Gesetze

In diesem Sinne ist auch der aktuelle Vorstoß der Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger zu sehen. In einem dem Tagesspiegel vorliegenden Eckpunktepapier soll nun der zwielichtigen Vorgehensweise einiger schwarzer Schafe des Inkassos in drei Schritten ein gesetzlicher Riegel vorgeschoben werden. So sieht die Gestzesinitiative vor, dass

 

  • die Inkassogebühren gedeckelt,
  • eine bessere Transparenz über die bestehenden Forderungen geschaffen und
  • Sanktionsmöglichkeiten der Aufsichtsbehörden gegen unseriöse Firmen erweitert werden sollen.

Sinn und Zweck des Vorschlags ist es, den häufigsten bei den Verbraucherzentralen in Beschwerden angeprangerten unlauteren Methoden endgültig einen verlässlichen und in gesetzlichem Rahmen verankerten Riegel vorzuschieben. Da eine Vielzahl solcher Forderungen von unseriösen Webseiten stammt, ist eine Vorschrift geplant, dass im Internet unmissverständlich auf die Kosten eines Angebots hingewiesen werden muss und ein Vertrag erst mit der ausdrücklichen Bestätigung seitens der Kunden zustande kommt.

 



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